Der Begriff Suchintention kam mir erst 2017 richtig unter. Ich hatte eine Seite über „Laufschuhe kaufen" optimiert. Gute Produktbeschreibungen, schöne Bilder, alles da. Trotzdem dümpelte die Seite auf Seite vier rum. Bis mir auffiel, dass alle Top-Ergebnisse Vergleichstabellen und Kaufratgeber waren, keine Produktseiten.
Die Leute wollten nicht sofort kaufen. Sie wollten sich informieren, vergleichen, verstehen. Ich hatte die Suchintention komplett falsch eingeschätzt. Nachdem ich einen ausführlichen Ratgeber mit Vergleichstabelle erstellt hatte, ging die Seite innerhalb von sechs Wochen auf Position 8. Drei Monate später auf Position 3.
Google unterscheidet hauptsächlich zwischen vier Arten von Suchintentionen. Informationale Suchen, wo Leute etwas lernen wollen. Navigationale Suchen, wo sie eine bestimmte Website finden wollen. Transaktionale Suchen, wo sie kaufen möchten. Und kommerzielle Recherchen, wo sie vor einem Kauf stehen und vergleichen.
Das klingt theoretisch, aber schauen wir uns echte Beispiele an. Jemand sucht nach „WordPress installieren". Das ist informational. Diese Person will eine Anleitung, am besten mit Screenshots. Jemand sucht nach „WordPress.org". Das ist navigational, sie kennen die Seite schon. Jemand sucht nach „WordPress Hosting kaufen". Transaktional, die wollen jetzt bestellen. Und „bestes WordPress Hosting 2025"? Kommerzielle Recherche, sie vergleichen noch.
Früher habe ich für alle diese Suchen die gleiche Art von Inhalt erstellt. Heute habe ich für jede Intention eine eigene Seite. Meine informationalen Seiten sind ausführliche Guides mit vielen Zwischenüberschriften und Beispielen. Die transaktionalen Seiten haben klare Calls-to-Action, Preistabellen und Vertrauenssignale.
Wie findest du die Suchintention heraus? Ich google das Keyword und schaue mir die Top 10 an. Was für Content rankt da? Sind das Blogposts, Produktseiten, Videos, Vergleichstabellen? Google zeigt dir damit, was Nutzer erwarten. Wenn neun von zehn Ergebnissen Listicles sind, will dein Publikum wahrscheinlich auch eine Liste.
Ich nutze auch die „Ähnliche Fragen" Box bei Google. Die zeigt dir, was Leute wirklich wissen wollen. Für einen Artikel über „Kaffeemaschine entkalken" sah ich dort Fragen wie „Wie oft", „Mit was", „Essig oder Zitronensäure". Das sind alles Unterthemen, die in deinen Content gehören.
Seitdem ich nach Suchintention optimiere statt nur nach Keywords, hat sich die durchschnittliche Verweildauer auf meinen Seiten verdoppelt. Von knapp zwei Minuten auf über vier. Und die Rankings? Die folgen automatisch, wenn du den Leuten gibst, was sie suchen.