Was hat sich geändert? Mein Verständnis davon, was „gut" bedeutet. Damals dachte ich, guter Content bedeutet: für Suchmaschinen optimiert, richtige Länge, passende Keywords. Heute weiß ich, dass guter Content bedeutet: Leute bekommen eine Antwort auf ihre Frage, ohne drei andere Seiten aufmachen zu müssen.
Ich hatte letztes Jahr ein Projekt, wo wir 47 Blogposts von 2016 bis 2019 überarbeiten sollten. Die Artikel waren alle zwischen 600 und 900 Wörtern, oberflächlich, aber keyword-optimiert. Wir haben sie nicht gelöscht, sondern wirklich überarbeitet. Aus 800 Wörtern wurden teilweise 2.400. Warum? Weil wir die Themen endlich richtig behandelt haben.
Nehmen wir einen Artikel über E-Mail-Marketing für kleine Unternehmen. Die alte Version hatte Abschnitte wie „Was ist E-Mail-Marketing", „Vorteile von E-Mail-Marketing", „E-Mail-Marketing-Tools". Sehr generisch. Die neue Version hat konkrete Beispiele, Screenshots von Kampagnen, eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Erstellen der ersten Kampagne, und eine Checkliste zum Download.
Der Traffic auf diesen überarbeiteten Artikeln ist im Durchschnitt um 340% gestiegen. Manche Artikel performen jetzt zehnmal besser als vorher. Nicht weil wir mehr Keywords reingepackt haben, sondern weil wir endlich nützlichen Content liefern.
Früher haben wir auch versucht, für möglichst viele Keywords zu ranken. Ein Artikel sollte zehn verschiedene Suchbegriffe abdecken. Das Ergebnis? Verwässerter Content, der für nichts richtig gut war. Heute fokussieren wir uns. Ein Hauptthema, vielleicht zwei bis drei eng verwandte Unterthemen. Dafür richtig in die Tiefe.
Die technische Seite ist auch wichtiger geworden. Früher habe ich Bilder hochgeladen, wie sie von der Kamera kamen. Heute komprimiere ich jedes Bild auf unter 150 KB, nutze WebP-Format wo möglich, und schreibe beschreibende Alt-Texte. Ladezeit ist von durchschnittlich 4,8 Sekunden auf 1,2 Sekunden runter. Das merkt man in den Rankings.
Was mich am meisten überrascht hat? Wie wichtig Aktualisierungen geworden sind. Früher habe ich einen Artikel veröffentlicht und nie wieder angefasst. Heute aktualisiere ich meine wichtigsten Artikel alle sechs bis neun Monate. Neue Statistiken, aktuelle Beispiele, veraltete Tools raus, neue Tools rein.
Google zeigt in den Suchergebnissen das Veröffentlichungsdatum an. Ich habe einen Artikel von 2019, der gut gerankt hat. Nach einem Update mit aktuellem Datum und frischen Infos ist er von Position 7 auf Position 2. Die Klickrate hat sich verdreifacht, weil Leute lieber auf aktuelle Inhalte klicken.
Guter Content heute bedeutet: spezifisch, hilfreich, aktuell und ehrlich. Keine Versprechungen, die du nicht halten kannst. Keine Floskeln. Einfach echte Hilfe für echte Probleme.