Heute würde ich keinen einzigen dieser Links mehr anfassen. Aber damals dachten viele von uns, mehr Links gleich bessere Rankings. Stimmt auch, bis Google schlauer wurde als wir. Die Penguin-Updates ab 2012 haben vielen Websites das Genick gebrochen, aber ich habe erst 2016 verstanden, dass sich wirklich alles geändert hatte.
Was mache ich jetzt anders? Ich baue vielleicht fünf bis acht Links pro Quartal auf. Klingt wenig, oder? Aber diese Links kommen von Websites, die thematisch passen und echten Traffic haben. Letzte Woche habe ich einen Link von einem Branchen-Blog bekommen, weil ich dort einen Gastartikel geschrieben habe. Der Artikel hat 1.200 Wörter, ist richtig gut recherchiert und hilft deren Lesern wirklich weiter.
Dieser eine Link bringt mir mehr als die 100 Links von damals. Warum? Weil Google den Kontext versteht. Der Link kommt von einer relevanten Seite, steht in einem hilfreichen Artikel, und es gibt echte Klicks darauf. Das sind Signale, die Google wichtig sind.
Früher habe ich auch jeden noch so kleinen Blog kontaktiert und um Links gebettelt. Meine Erfolgsquote lag bei vielleicht 2%. Von 100 E-Mails kamen zwei Links, oft von minderwertigen Seiten. Heute kontaktiere ich nur noch Websites, die ich selbst regelmäßig lese. Meine Erfolgsquote? Über 30%. Weil ich echte Beziehungen aufbaue, nicht nur Links sammle.
Was funktioniert konkret? Ich schreibe wirklich gute Inhalte, die andere zitieren wollen. Letztes Jahr habe ich eine Studie über E-Commerce-Conversion-Rates in der DACH-Region gemacht. 200 Online-Shops analysiert, Daten ausgewertet, schöne Grafiken erstellt. Dieser eine Artikel hat 23 natürliche Backlinks bekommen, ohne dass ich aktiv danach gefragt habe.
Ich nutze auch kaputte Links als Strategie. Mit Tools wie Ahrefs finde ich Seiten in meiner Nische, die auf nicht mehr existierende Inhalte verlinken. Dann schreibe ich einen besseren Artikel zu dem Thema und schlage den Websitebetreibern vor, auf meinen Artikel zu verlinken statt auf die tote Seite. Funktioniert in etwa 20% der Fälle.
Gastartikel sind immer noch wertvoll, aber nur auf den richtigen Websites. Ich habe einen Gastartikel auf einer Website mit 50.000 monatlichen Besuchern veröffentlicht. Der hat mir nicht nur einen guten Backlink gebracht, sondern auch 340 direkte Besucher in der ersten Woche. Das ist echter Wert, nicht nur ein Link in der Google-Datenbank.
Der wichtigste Unterschied aber? Ich habe aufgehört, Backlinks als Checkliste zu sehen. Früher war es: 10 Links pro Monat aufbauen, egal woher. Heute frage ich mich bei jedem Link: Würde ich diese Website selbst nutzen? Würde ich wollen, dass meine Kunden dort hinkommen? Wenn die Antwort nein ist, will ich den Link nicht.